ft und Politik. Bis 2009 war er Leiter des militärischen Anteils der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der OSZE in Wien, zuvor unter anderem Abteilungsleiter (globale und europäische Rüstungskontrolle) im Zentrum für Verifikationsaufgaben der Bundeswehr. Voraus gingen Verwendungen als Fallschirmjägeroffizier und im Generalstabsdienst, unter anderem im Bundesministerium der Verteidigung und beim
Gaudí und Beziehungen miteinander zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick denken mag. Dies verdeutlichte Kristina Tonn vom zebis (zukünftig Institut für Frieden und Militärethik) beim Paarwochenende für Soldatinnen und Soldaten in Barcelona (25./26. April 2026). In ihrem Vortrag setzte die Referentin Gaudís Hauptwerk, die Basilika Sagrada Familia, in vielfältige Beziehung zum Leben als Paar und Familie [...] Família wurde 1882 begonnen; Gaudí übernahm 1883 und prägte das Projekt für mehr als 40 Jahre. Die Kirche ist bis heute ein Bauwerk des Wachsens, der Langsamkeit, der organischen Struktur und der Sinnhaftigkeit. Sie verbindet Naturformen, Lichtführung, Statik, religiöse Symbolik und langfristiges Bauen. Damit lassen sich zugleich einleuchtende Metaphern und Analogien für das Leben in einer Beziehung finden [...] Beziehung, wie verändert sie sich, und wie halten wir Spannungen aus? Was ist das „Licht“, das uns Sinn und Orientierung gibt? Das Seminar schaffte damit einen Rahmen, in dem die Teilnehmenden ihre Paarbeziehung als gemeinsames, langfristiges Projekt durchdenken und gestalten können. Das betraf viele allgemeine Gesichtspunkte, aber auch manche Besonderheiten und Herausforderungen militärischer Beziehungen
ermöglichen. Dies ist im zweiten Lockdown spürbar anders. Hier wird beispielsweise zwischen Selbstbestimmung und Lebensschutz abgewogen (begrenze Besuchsmöglichkeiten in Pflegeheimen). Es geht also um eine abgewogene Verhältnismäßigkeit und nicht mehr um die Absolutsetzung eines Gutes (Leben und Gesundheit), dem alle anderen untergeordnet werden (müssen), wie Bewegungsfreiheit usw. Hier können sicherlich [...] angemessenen Verhältnis zu den möglichen Vorteilen stehen: „Zweck und Mittel dürfen nicht in ein völliges Missverhältnis geraten“, wie mein Kollege Stephan Ernst formuliert. In einer Abwägung der Güter und Übel ist zu prüfen, ob bei der Schwere des Eingriffs angesichts des in Aussicht stehenden Nutzens noch die Grenze des Zumutbaren gewahrt ist und bleiben wird. Wichtig sind hierbei zwei ethische Grenzziehungen: [...] einer Priorisierung kommen. Die Sicherheit und die Wirksamkeit des Impfstoffes und die ordnungsgemäße Durchführung sind dabei die unhintergehbaren Voraussetzungen. Deutlich wird sich dabei zu einer zeitnahen Erfassung von Impfquoten, aber auch des Erfassens von möglichen Impfkomplikationen positioniert. Die fortlaufende Aufklärung der Bevölkerung zu Wirksamkeit und Sicherheit der Impfung muss dabei eine
von Bündnisverpflichtungen die Folge sein? Und welche ethische Dimension hat der Kampf gegen ein Virus, das sich in Demokratien und autoritär regierten Staaten gleichermaßen ausbreitet, für Politik, Armee und Sicherheitsbehörden? Über diese und weitere Fragen möchten wir mit Expert_innen aus verschiedenen Fachgebieten und mit verschiedenen Praxiserfahrungen und mit Ihnen diskutieren. Sie sind herzlich [...] global verbreitendes Virus, das weltweit Hunderttausenden Menschen den Tod gebracht hat, zugleich Wirtschaft, Bildung und Kulturleben stark einschränkt und sich auf den Alltag jeder und jedes Einzelnen auswirkt, stellt eine neue Herausforderung für Politik und Sicherheitsbehörden dar. Schon jetzt ist erkennbar, dass Regierungen unterschiedlich reagieren, was wiederum die internationale Zusammenarbeit [...] gsideolog_innen und Rechtsextremist_innen agieren. Was bedeutet diese unübersichtliche Lage – deren Ende nicht in Sicht ist – für die internationalen Beziehungen und die weltweite Friedenssicherung? Wird die Ausbreitung des Virus bestimmte Länder härter treffen und dadurch die internationale Ungleichheit weiter verschärfen? Wird dies neue gewaltsame Konflikte, Fluchtbewegungen und humanitäre Notlagen
Friedensreiter über Krieg, Abschreckung und Versöhnung: Werte als Weg aus der Eskalationsspiral In ihrer neuesten Folge nehmen Marcel Speker und Dr. Jochen Reidegeld drei brennende Konfliktherde in den Blick: Israels Vorgehen im Gazastreifen und die Frage der Anerkennung Palästinas, russische Luftraumverletzungen an der NATO-Peripherie und die gesellschaftliche Zerreißprobe in den USA nach der Tötung [...] Nenner: Ohne nüchterne Sicherheitspolitik und einen glaubwürdigen Wertekompass gibt es keinen Ausweg. Gaza: „Gleichzeitig an beiden Seiten arbeiten“ Zum Auftakt richtet das Duo den Blick auf den Gazastreifen. Reidegeld beschreibt die Lage der Zivilbevölkerung „mit Grauen“ und insistiert zugleich auf einer doppelten Perspektive: die Verbrechen der Hamas und die Verantwortung der israelischen Regierung [...] Frieden sei nur möglich, „wenn Palästinenserinnen und Palästinenser gerechte Lebensverhältnisse erhalten und die existenzielle Bedrohung Israels endet“. Skeptisch zeigen sich beide gegenüber der Hoffnung, die wachsende Zahl internationaler Anerkennungen eines palästinensischen Staates könne allein Bewegung bringen. Reidegeld warnt vor reiner Symbolpolitik und plädiert für einen regionalen Ansatz jenseits