für einen flexiblen und geschmeidigen Umgang mit Vulnerabilität, der sich auf Verarbeiten und Lernen, Erneuern und Verheilen, Verändern und Anpassen oder Ähnliches bezieht. Der Bedeutungserweiterung sind hier keine Grenzen gesetzt. Im weiteren Sinn beschreibt Resilienz eine Disposition, eine Fähigkeit, eine Strategie, die Verwundbarkeit nicht unter allen Umständen zu schließen und zu versiegeln sucht [...] zuverlässig wissen, von wem sie bedroht werden, und seitdem Angriffe, wie im Fall von Terror- oder Cyberattacken, überraschend erfolgen und nicht sogleich festgestellt werden kann, wer der Angreifer ist und welche Ziele er verfolgt, ist die Konzentration auf den angenommenen Gegner und die von ihm ausgehende Bedrohung keine verlässliche Sicherheitsstrategie mehr. Und weil das Ziel des Angriffs auch nicht länger [...] den Blick auf den eigenen body politic richten und dessen Vulnerabilität analysieren, um möglichst durchhaltefähig zu sein. Dafür steht der Begriff der Resilienz, und deswegen ist es sinnvoll und angemessen, ihn nicht weiter zu spezifizieren. Der diffusen Bedrohung wird eine vielgestaltige und flexible Resilienz gegenübergestellt. Sie kann in Puffern und Reserven im Bereich der kritischen Infrastruktur
heute…). Schülerinnen und Schüler lernen in der Schule in vielfältigen Kontexten Selbstbewusstsein aufzubauen und Konflikte zu lösen. Das sind zwei Beispiele für Ansätze, Resilienz zu erhöhen. - Und drittens – damit zusammenhängend: jenseits aller flexibel erlernbaren Fähigkeiten, spielen Werte eine Rolle. Ethische Bildung, also das ‚Erwecken und Sichtbarmachen‘ von Werten und Normen, spielen für die [...] solidarisch klangen und auch waren, dennoch aber ganz wesentlich mit Blick auch auf das eigene Land und das Bündnis als Ganzes motiviert waren. Resilienz entsteht auch ganz wesentlich durch Egoismus und Verantwortung für den eigenen Bereich, - ob als Nation, Bundesland, Kommune, Verein, Gemeinschaft oder im Persönlichen -, aber das darf und ggf. muss sie auch. Für den Umgang miteinander und untereinander [...] Corona Zeiten hat ganze Familien in Nöte gebracht. Der Streik im öffentlichen Nahverkehr lässt für Tage keine geordnete Arbeit mehr zu. Und ein Versorgungsengpass bei Toilettenpapier hat gezeigt, wie wenig resilient wir sind. Der Roman „Blackout“ von Marc Elsberg hat in meiner Familie eine durchaus intensive Diskussion hervorgerufen, ob wir uns denn nun einen Generator und die dazu gehörende Menge
Bormann Nach Priesterweihe (2005) und Ernennung zum Ordinarius für Moraltheologie und Ethik in Paderborn seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) und des Deutschen Ethikrates (DER). Zahlreiche Veröffentlichungen zu medizin- und bioethischen Themen. Der ursprünglich [...] medizin- und umweltethischen Kontexten, sondern auch im Rahmen des Ringens um eine zeitgemäße Friedensethik verwendet. Mit dieser Ausweitung des Gebrauchs gehen zwangsläufig verschiedene Sinnverschiebungen und Unschärfen einher, deren Folgen gegenwärtig kaum absehbar sind. Während sich der Begriff ursprünglich in der psychologischen Forschung auf individuelle „Unterschiede in der Wirkung und Bearbei [...] Gemeinschaften, Gesellschaften oder Staaten zu bezeichnen, krisenhafte Situationen zu überstehen, wobei der genaue Sinngehalt zwischen einer Anpassungs-, Durchhalte- und Widerstandsfähigkeit changiert und damit je nach Anlass, Art und Dauer der Krise unterschiedliche Einzelkompetenzen erfordert, die in fragmentierten Handlungskontexten zudem auf mehrere Akteure verteilt sein können. Angewandt auf die
Umbruchs nutzt und eine weniger krisenanfällige Gesellschaft fördert. Die Corona-Pandemie als systemisches Problem Es gibt ganz unmittelbare thematische Verknüpfungen von Corona-Krise und Nachhaltigkeit bzw. Nicht-Nachhaltigkeit, beispielsweise im Bereich von Globalisierung und dem Umgang mit Grenzen, Mobilität und Entschleunigung, Konsum und der Akzeptanz von Einschränkungen, Solidarität und dem Schutz [...] wenn es mit Viren, Bakterien und Schmutz konfrontiert ist, brauchen auch soziale Systeme Störungen, um zu reifen und zu wachsen. Eine solche Reifung ist aber kein Selbstläufer, sondern entsteht aus Auseinandersetzung und gelingt nicht immer. Es gibt nicht wenige Menschen und Gesellschaften, die eine schwere Krise durchlebt haben und daraus verstärkt Empathie für die Nöte und Sorgen des Nächsten entwickelt [...] sozialen Isolation und Abschottung interpretiert. Dies ist eine latente Gefahr im Umgang mit den Alten unserer Gesellschaft. Auch Kommunikation und Nähe gehören zu den existenznotwendigen „Lebensmitteln“. Solidarität ist eine der wichtigsten Ressourcen für eine resiliente Gesellschaft. Hierbei können kulturelle und religiöse Traditionen helfen, die grundlegenden Einstellungen und Sinnmuster zu bestimmen
Bormann Nach Priesterweihe (2005) und Ernennung zum Ordinarius für Moraltheologie und Ethik in Paderborn seit 2008 Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen. Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) und des Deutschen Ethikrates (DER). Zahlreiche Veröffentlichungen zu medizin- und bioethischen Themen. Der ursprünglich [...] medizin- und umweltethischen Kontexten, sondern auch im Rahmen des Ringens um eine zeitgemäße Friedensethik verwendet. Mit dieser Ausweitung des Gebrauchs gehen zwangsläufig verschiedene Sinnverschiebungen und Unschärfen einher, deren Folgen gegenwärtig kaum absehbar sind. Während sich der Begriff ursprünglich in der psychologischen Forschung auf individuelle „Unterschiede in der Wirkung und Bearbei [...] Gemeinschaften, Gesellschaften oder Staaten zu bezeichnen, krisenhafte Situationen zu überstehen, wobei der genaue Sinngehalt zwischen einer Anpassungs-, Durchhalte- und Widerstandsfähigkeit changiert und damit je nach Anlass, Art und Dauer der Krise unterschiedliche Einzelkompetenzen erfordert, die in fragmentierten Handlungskontexten zudem auf mehrere Akteure verteilt sein können. Angewandt auf die