Leiden zu verkürzen und sich selbst zu retten. „Wo nahmen wir die Kraft her, das alles zu ertragen?“ Ruth Elias hat sie in sich gefunden, in einem unbedingten Überlebenswillen, einem „Instinkt“, wie sie es nennt, und in der Hoffnung auf ein Wiedersehen mit der Familie. Und sie erfuhr auch Solidarität, Mitmenschlichkeit, Zuneigung und Liebe, die Hoffnung spendende Kraft von Musik und Kunst. „Die Hoffnung [...] Gefahr in das ganz normale Familienleben mit seinen Freuden und Schmerzen, Verrat durch ehemals nahestehende Personen – so eignete sich der deutsche Vorarbeiter und ehemalige Lehrling nach der Besetzung der Tschechoslowakei 1939 unverzüglich die Firma von Ruth Elias’ Vater an –, die Ungläubigkeit angesichts des Hasses und Zynismus der „Herrenmenschen“, die unzähligen verbalen und körperlichen Demütigungen [...] Fürsorge, sondern oft weiterhin dem Lagerleben und der Isolation ausgesetzt waren, ja nach wie vor Hass, Neid und Verachtung begegneten, macht sprachlos und wird durch suggestive Begriffe wie „Stunde null“ eher ausgeblendet. Für die Überlebenden der Konzentrationslager wie Ruth Elias, denen die Hoffnung auf ein Wiedersehen mit den Familienangehörigen und Freunden lange Kraft gegeben hatte, bedeutete
Masseur und sein Leibarzt bei ihm waren, welche Dienstreise wohin ging, mit wem sich Besprechungen bis in die Nacht ergaben – ein Gewirr von Namen, Funktionen und Aufgaben. Aber all das scheinbar lückenlos und stündlich verzeichnet. Die Informationen des persönlich geführten Tischkalenders Himmlers, seine Telefonbuchnotizen sowie des Dienstkalenders haben die Autoren hier zusammengeführt und zeigen [...] Vernichtung von Millionen gearbeitet hat und dem es wieder und wieder um die Verwirklichung der Vorstellungen Adolf Hitlers ging. Aber nicht nur die historische Persönlichkeit „Heinrich Himmler“ tritt hier zutage, sondern auch der Mensch, der nach außen den perfekten, treu-sorgenden, ehrenvollen Familienvater präsentierte, seit 1940 allerdings zwei Familien gleichzeitig hatte. Im gut geführten Ter [...] gemacht, werden kommentiert, erläutert, erklärt und umfangreich in den historischen Zusammenhang eingeordnet. Durchgehend – es fehlen in den Aufzeichnungen lediglich sechs Tage – wird der Tagesablauf des Reichsführers SS dokumentiert, und schnell wird deutlich: Uns begegnet hier ein kleinlicher, nachtragender Bürokrat, der in Verwaltungsaufgaben und der Organisation des Terrors der NS-Maschinerie
von Namen, Funktionen und Aufgaben. Aber all das scheinbar lückenlos und stündlich verzeichnet. Die Informationen des persönlich geführten Tischkalenders Himmlers, seine Telefonbuchnotizen sowie des Dienstkalenders haben die Autoren hier zusammengeführt und zeigen dadurch eben auch einen Menschen, der pedantisch an der Vernichtung von Millionen gearbeitet hat und dem es wieder und wieder um die Verwirklichung [...] des Reichsführers SS dokumentiert, und schnell wird deutlich: Uns begegnet hier ein kleinlicher, nachtragender Bürokrat, der in Verwaltungsaufgaben und der Organisation des Terrors der NS-Maschinerie aufzugehen scheint. Akribisch wird alles notiert: wann Himmler aufgestanden ist, wie häufig sein persönlicher Masseur und sein Leibarzt bei ihm waren, welche Dienstreise wohin ging, mit wem sich Besprechungen [...] zeigt sich das bei Himmler in seiner „Posener Rede“ vom 4.10.1943, deren Entwurf in diesem Band abgedruckt ist: Menschen werden Zahlen, Statistiken ersetzen Schicksale. Und dann kann man eben liebevoller Familienvater (gleich doppelt) und Organisator des SS-Terrors sein. Gruselig. Heinrich Dierkes
Umbruchs nutzt und eine weniger krisenanfällige Gesellschaft fördert. Die Corona-Pandemie als systemisches Problem Es gibt ganz unmittelbare thematische Verknüpfungen von Corona-Krise und Nachhaltigkeit bzw. Nicht-Nachhaltigkeit, beispielsweise im Bereich von Globalisierung und dem Umgang mit Grenzen, Mobilität und Entschleunigung, Konsum und der Akzeptanz von Einschränkungen, Solidarität und dem Schutz [...] wenn es mit Viren, Bakterien und Schmutz konfrontiert ist, brauchen auch soziale Systeme Störungen, um zu reifen und zu wachsen. Eine solche Reifung ist aber kein Selbstläufer, sondern entsteht aus Auseinandersetzung und gelingt nicht immer. Es gibt nicht wenige Menschen und Gesellschaften, die eine schwere Krise durchlebt haben und daraus verstärkt Empathie für die Nöte und Sorgen des Nächsten entwickelt [...] sozialen Isolation und Abschottung interpretiert. Dies ist eine latente Gefahr im Umgang mit den Alten unserer Gesellschaft. Auch Kommunikation und Nähe gehören zu den existenznotwendigen „Lebensmitteln“. Solidarität ist eine der wichtigsten Ressourcen für eine resiliente Gesellschaft. Hierbei können kulturelle und religiöse Traditionen helfen, die grundlegenden Einstellungen und Sinnmuster zu bestimmen
Umbruchs nutzt und eine weniger krisenanfällige Gesellschaft fördert. Die Corona-Pandemie als systemisches Problem Es gibt ganz unmittelbare thematische Verknüpfungen von Corona-Krise und Nachhaltigkeit bzw. Nicht-Nachhaltigkeit, beispielsweise im Bereich von Globalisierung und dem Umgang mit Grenzen, Mobilität und Entschleunigung, Konsum und der Akzeptanz von Einschränkungen, Solidarität und dem Schutz [...] wenn es mit Viren, Bakterien und Schmutz konfrontiert ist, brauchen auch soziale Systeme Störungen, um zu reifen und zu wachsen. Eine solche Reifung ist aber kein Selbstläufer, sondern entsteht aus Auseinandersetzung und gelingt nicht immer. Es gibt nicht wenige Menschen und Gesellschaften, die eine schwere Krise durchlebt haben und daraus verstärkt Empathie für die Nöte und Sorgen des Nächsten entwickelt [...] politischen und gesellschaftlichen Ressourcen auf die Corona-Bekämpfung umgebucht. Aufgrund des aktuellen Eskalationsrisikos ist dies notwendig und richtig. Zugleich sollten dabei langfristige Ziele sowie die Standards von Demokratie, Transparenz und internationaler Solidarität nicht verloren gehen. Hinsichtlich der Abschottung von Grenzen wird es viel Mühe kosten, wieder Vertrauen und Offenheit h