Hamburg - 31.03.2026

Wahrheit als Säule des Friedens. Zur Aktualität und Weiterentwicklung katholischer Friedensethik im Schatten der Desinformationskriege

Prof. Dr. Markus Vogt (geb. 1962) ist Ordinarius für Christliche Sozialethik an der katholisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er studierte katholische Theologie und Philosophie in München, Jerusalem und Luzern. 2007 übernahm er den Lehrstuhl für Christliche Sozialethik an der LMU. Markus Vogt ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Instituts für Theologie und Frieden sowie des Zentrums für ethische Bildung in den Streitkräften. Seit 2019 ist er Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste.

1. Religiöser Fundamentalismus als Opfer und Brandbeschleuniger gesellschaftlicher Polarisierung

1.1. Die neue religiöse Intoleranz

Der Faktor Religion ist in hohem Maße relevant, um die gegenwärtigen Welt-konflikte zu verstehen und zu bewältigen. Missbraucht für die emotionale und ideologische Aufladung der Konfrontation zwischen unterschiedlichen Machtansprüchen, Kulturen und Wahrheitsvorstellungen haben sie das Potential zu Brandbeschleunigern für gesellschaftliche Polarisierungen und die ideologische Verhärtung weltweiter Kriege zu werden. Alle wohlmeinenden Proklamationen für Frieden sind im Vergleich zu dieser politischen Wirkung von zweitrangiger Bedeutung. 

Bei all dem sind die Religionen jedoch nicht die primäre Ursache von Gewalt, sondern ein maßgeblicher Eskalationsfaktor.[1] Oft begünstigen fehlendes religiöses Wissen und mangelnde Vertrautheit mit der Vielfalt religiöser Lebensformen fundamentalistische Haltungen. Insbesondere die monotheistischen Religionen sind im 21. Jahrhundert auf neue Weise zugleich Opfer und Täter der gesellschaftlichen Verstrickung in Feindbilder und Gewalt. Gerade weil sie Teil des Problems sind, ist die Einübung kritisch-konstruktiver Selbstreflexion und Dialogfähigkeit heute ein unverzichtbares Element der Prävention gegen Kriege. 

1.2. Die Perversion der Ökumene

Nachdem in den Analysen zur „neuen religiösen Intoleranz“[2] lange der islamische Fundamentalismus im Vordergrund der Aufmerksamkeit stand, hat die reaktionär-fundamentalistische Politisierung der Religionen im Kontext des Christentums eine Dynamik gewonnen, die aus friedensethischer Sicht kaum weniger gefährlich ist: Auffallend ist hier das weltweite Zusammenwirken heterogener Gruppen und Überzeugungen aus unterschiedlichen christlichen Konfessionen – seien es die der Orthodoxie im Umfeld von Patriarch Kyrill, der Evangelikalen Kirchen oder bestimmter Strömungen des Katholizismus im Umkreis von Präsident Trump oder des rechtsreaktionären Christentums in Europa.[3]

Kirchliche Gruppen sind Teil des explosiven Gemischs der „Neuen Rechten“ mit ihrer aggressiven Demokratieverachtung. Auffallend ist, dass die Neue Rechte seit ihrer Entstehung in den 1960er Jahren in Frankreich häufig auf ältere Traditionen der Politischen Theologie zurückgreift, beispielsweise auf Carl Schmitt, Ernst Jünger und andere Vertreter der Konservativen Revolution der 1920er und 30er Jahre mit ihrer radikalen Ablehnung der Weimarer Republik.[4]

Gegenwärtig ereignet sich eine groteske Perversion der Ökumene, die heterogene Gruppen auf der Basis eines antidemokratischen Feindbildes zusammenführt und den ursprünglichen friedensethischen Impuls der Ökumene des 20. Jahrhunderts ins Gegenteil verkehrt.[5] Durch ein Geflecht ganz unterschiedlicher Akteure im Spektrum der religiösen Rechten sind kirchliche Gruppierungen zu einem geopolitischen Faktor geworden. Sie beeinflussen die Dynamik von Feindschaften und Bündnissen in den gegenwärtigen Weltkonflikten weitreichend, jedoch mit einer Vielfalt ganz diverser Motive und Hintergrundüberzeugungen.[6]

1.3. Eine sozialethische Tiefendimension der Konflikte

Die Auseinandersetzung findet auch deshalb eine breite Resonanz, weil sie an eine grundlegende Verunsicherung hinsichtlich des Zusammenhangs von Wahrheit und Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, Kritik und Vertrauen sowie von Universalismus und nationalen Interessen anknüpft. Solange sie auf der Ebene bloßer Kritik bleibt, kann die Neue Rechte hohe Plausibilität für sich verbuchen. Das freiheitlich-demokratische Gesellschaftsmodell, das in den vergangenen Jahrzehnten trotz aller mit ihm verbundenen Schattenseiten der wichtigste Garant für Frieden war, ist in die Defensive geraten und wird teilweise sowohl von linken wie von rechten Ideologien ausgehöhlt. Insbesondere Migrations- und Genderdebatten sind zu Ausgangspunkten für gesellschaftliche Polarisierungen geworden, wovon die Religionsgemeinschaften intensiv betroffen sind und woran sie zum Teil aktiv mitwirken. 

Aus sozialethischer Sicht ist es wichtig, jenseits der oft in einen Kulturkampf abgleitenden Polemik anzuerkennen, dass es zu diesen hochkomplexen Debatten berechtigterweise unterschiedliche Positionen gibt und eine differenzierte Abwägung der Argumente eine grundlegende Bedeutung für die Weiterentwicklung des Projektes der Moderne zukommt.[7] Der politische Diskus leidet jedoch erheblich unter einer Formveränderung der öffentlichen Kommunikation durch die digitalen Medien, die durch einen massiv unterschätzten Desinformationskrieg von Russland aktiv und hoch professionell unterstützt wird.[8]

Da zwischenstaatliche Konflikte oft mit innergesellschaftlichen Ausgrenzungen und Konflikten beginnen, ist die Analyse von religiösen Denkmustern, die zu Feindbildern, Polarisierungen, Gewaltlegitimation oder auch zu moralischer Indifferenz führen, ein notwendiger Bestandteil der Verteidigung des Friedens. Sie ist gleichermaßen eine theologische, pädagogische und gesellschaftliche Aufgabe. Ich werde mich im Folgenden auf das Verhältnis von Wahrheit und Freiheit konzentrieren, das in der Katholischen Friedensethik eine zentrale Rolle spielt, bis heute jedoch nicht so entfaltet wurde, dass es sich hinreichend gegen mögliche Missverständnisse abgrenzt. 

2. Wahrheit als Grundlage des Friedens

2.1 Vier Säulen des Friedens nach der Katholischen Soziallehre 

Die Katholische Soziallehre versteht Wahrheit als Säule des Friedens. Zuerst wurde dies in Pacem in terris,[9] der bis heute maßgeblichen Friedensenzyklika der Katholischen Kirche, formuliert: „Der Friede auf Erden kann nur dann fest und dauerhaft sein, wenn er auf der Wahrheit aufgebaut ist.“ (PT 36) Der Papst nennt schon im Untertitel des Rundschreibens vier Säulen des Friedens: Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe, Freiheit. Wahrheit steht an erster Stelle, da ohne Wahrheit Rechte verfälscht, Schuld verschleiert und Machtmissbrauch legitimiert werden. 

Der Verlust der Fähigkeit, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden, untergräbt das Vertrauen, zerstört Beziehungen und ermöglicht totalitäre Herrschaft.[10] Während Propaganda davon lebt, dass Wahrheit kontrolliert und manipuliert wird, begrenzt der Anspruch von Wahrheit willkürliche Machtausübung. Lüge instrumentalisiert, während Wahrheit strukturell auf Anerkennung und den respektvollen Streit unterschiedlicher Perspektiven angelegt ist. Ohne Wahrheit ist die Würde des Menschen nicht denkbar, da dann alles eine Frage der Macht des Stärkeren ist. Macht ohne Wahrheit wird Gewalt. 

Bei all dem ist Wahrheit jedoch oft unbequem, da sie Irrtum und Schuld sichtbar macht. Ohne Wahrheit gibt es keine Umkehr, keine Vergebung, keine Überwindung von Irrtümern und keine Wissenschaft. Ohne Wahrheit steht jedes Bemühen um Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit auf tönernen Beinen.

2.2 Der Zusammenhang von Wahrheit und Freiheit 

Der Zusammenhang von Wahrheit und Frieden hat nicht nur eine positive Seite, sondern auch eine negative: Der vermeintliche Besitz von absoluter Wahrheit wurde und wird zur Begründung von Zwang, Gewalt und Kriegen herangezogen. Die Unfähigkeit, Wahrheit, Freiheit und Pluralität zusammenzudenken, ist die philosophisch-theologische Tiefendimension zahlloser Kriege. Dies gilt insbesondere für die europäische Geschichte. 

Vor diesem Hintergrund muss Wahrheit systematisch mit Freiheit zusammengedacht werden, da sie nur in Freiheit erkannt sowie gegen Intoleranz und Ambitionen gewaltsamer Durchsetzung abgegrenzt werden kann. Obwohl der Vorrang der Gewissensfreiheit vor objektiven Wahrheitsansprüchen bereits in der Scholastik und im Barock auch theologisch klar formuliert wurde,[11]hat sich der freiheitssensible Paradigmenwechsel im Wahrheitsverständnis in der Katholischen Friedensethik erst im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) konsequent durchgesetzt. Er wurde jedoch auf der Ebene der Soziallehre nie systematisch entfaltet[12] und muss heute gegen die Rückkehr vorkonziliarer Denkmuster neu entfaltet und weitergedacht werden, um daraus Orientierungspotenzial für die gegenwärtigen Konflikte zu schöpfen.

2.3. Das personale Wahrheitsverständnis der Bibel

Vielfach wurde vergessen, dass das biblische Verständnis von Wahrheit eine ethische und personale Dimension impliziert: Der hebräische Begriff אֱמֶת (ʾemet) meint nicht ein absolutes Bescheidwissen, sondern Zuverlässigkeit. Deshalb kann Gott selbst mit der Wahrheit identifiziert werden. Dabei ist die Wahrheit Gottes immer größer als das menschliche Verständnis von ihr. Sie ist unverfügbar. Man kann sie nicht besitzen, sie ist ein nicht einholbarer Horizont der Offenheit auf die je tiefere Erkenntnis. Sie begegnet im eigenen Gewissen, in der Liebe, in der Erfahrung von Freiheit und der unverfälschten Wahrnehmung von Wirklichkeit. Sie ist nicht abstrakt, sondern zeigt sich im Handeln, in der Praxis von Solidarität. Sie ist darauf ausgerichtet, Gott selbst im Nächsten wahrzunehmen. Das biblische Verständnis von Wahrheit ist nicht relativistisch und beliebig, wohl aber relational, auf Beziehung, Liebe und Befreiung bezogen. Wer sie ideologisch vereinnahmt und zur Legitimation von Gewalt instrumentalisiert, ist ihr größter Verräter. Wenn sich die Kirchen diese Lektion nicht immer wieder bewusst machen, werden sie zu gefährlichen Kriegstreibern. 

2.4. Wahrheit und Toleranz

Wahrheit ist auf Anerkennung in Freiheit angelegt und bedarf der rechtlichen Absicherung, um gesellschaftlich wirksam zu sein. Der Unterschied zwischen ideologischer Vereinnahmung von Wahrheitsansprüchen als Herrschaftsinstrument und einer echten Offenheit auf Wahrheit hin zeigt sich institutionell in der Zulassung von Instanzen der Kritik – seien es freie Wahlen und Oppositionsparteien, unabhängige Gerichte, autonome Medien oder autarke Universitäten. 

Wahrheit ist immer auch die Wahrheit der anderen.[13] Die gleiche Logik zeigt sich bei den Menschenrechten: Sie sind immer auch die Rechte der anderen. Toleranz ist deshalb nicht die Kapitulation vor den Ansprüchen der Wahrheit zugunsten einer „Diktatur des Relativismus“ (Papst Benedikt), sondern ihr Bewährungsort. Toleranz ist nicht wehrlos, sondern verpflichtet proaktiv zur Abwehr derjenigen, die ihre Grundlagen zerstören wollen.[14]

Das Vertrauen, dass Freiheit und Toleranz trotz aller Kontroversen, Suchprozesse und Risiken, die sie auslösen, das beste Mittel sind, um Irrtum, Lüge und Machtmissbrauch zu überwinden, prägt das europäische Gesellschaftsmodell. Dieses gilt es heute nicht nur militärisch gegen Angriffe von außen zu verteidigen, sondern ebenso geistig und kulturell, gegen einen Zerfall von innen. Wollen die Kirchen dabei konstruktiv mitwirken, müssen sie bei sich selbst anfangen.

3. Resümee: Desinformation als sozialethische Herausforderung 

Wir leben auch in Europa nicht mehr im Frieden, sondern in einer Zeit der „Weltunordnung“, in der geopolitische Machtverhältnisse teilweise mit Gewalt neu geordnet werden. Deutschland ist vor allem durch die hybride Kriegführung, die Desinformation hochprofessionell als Waffe einsetzt und die Stabilität der Demokratie massiv unter Druck setzt, unmittelbar betroffen.[15] Die Religionen spielten in diesem hybriden Krieg eine wesentliche Rolle.[16] Die Zerstörung des Vertrauens in Wahrheit ist gegenwärtig die vielleicht fundamentalste Gefährdung des Friedens.[17] Sie erfordert ein neues Nachdenken über das Verhältnis von Religion und Frieden. Es gilt, die Friedenspotenziale der Religionen neu zu entdecken und gegen die Instrumentalisierung religiöser Wahrheitsansprüche als Legitimation für Feindbilder, Ausgrenzung, Vernunftverweigerung und Demokratiefeindlichkeit zu schützen. Wesentlich ist dabei die Förderung von Ambiguitätstoleranz.[18]

Angesichts der Inflation von Desinformation greifen die bisherigen Debatten um die Gefährdung von Demokratie und Frieden zu kurz. Insbesondere vier Phänomene werden in ihrer Wechselwirkung unterschätzt: 1. Der von Russland koordinierte Desinformationskrieg; 2. Die Aushebelung des Völkerrechts durch den Trumpismus; 3. Die neue Dynamik Politischer Theologie; 4. Die Formveränderung öffentlicher Kommunikation durch digitale Medien.[19] Um dieser Dynamik entgegenzutreten, sollten wir nicht nur in Waffensysteme investieren, sondern ebenso in eine Bündelung aller Kräfte für mediale Bullshitresistenz, politische Urteilskompetenz und religiöse Aufklärung. 

Wir waren in Deutschland 80 Jahre lang unter dem Sicherheitsschirm der USA freiheitsverwöhnt und haben es verlernt, den Wert der Freiheit zu schätzen und zu verteidigen. Freiheit ist die Grundlage der Menschenwürde und die Luft, die wir atmen. Man kann sie nicht besitzen, sondern muss sie persönlich und politisch ständig neu erringen. Dabei ist heute in Deutschland die entschlossene Abwehr derjenigen, die die durch die Verfassung garantierte Freiheit zu deren Zerstörung missbrauchen, entscheidend. Das ist auch eine Frage ethischer Bildung.

 

Literaturverzeichnis

Arendt, Hannah (2019): Wahrheit und Lüge in der Politik. Zwei Essays, 5. Auflage München.
Dornblüth, Gesine/Franke, Thomas (2024): Putins Gift. Russlands Angriff auf Europas Freiheit, Freiburg.
Elsner, Regina (2025): Friedensethik im Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, in: Journal of Ethics in Antiquity and Christianity 7, 58-65.
Freytag von Loringhoven, Arndt/Erlenhorst, Leon (2025): Putins Angriff auf Deutschland. Desinformation, Propaganda, Cyberattacken. Bonn.
Gillmeyer, Siegfried/Kallbach, Kail/Pfrang, Claudia/Stammler, Martin (Hg.) (2023): Die katholische Kirche und die radikale Rechte. Analysen und Handlungsperspektiven. Würzburg.
Honnefelder, Ludger (2024): Vernünftige Freiheit als Kern der Moral: Die neue Grundlegung der Ethik in Francisco Suárez' De legibus ac Deo legislatore; in: Recherches de théologie et philosophie médiévales 91, H. 2, S. 425-496.
Johannes XXIII. (1963): Enzyklika Pacem in terris. Über den in Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit gründenden Frieden unter allen Völkern. https://www.vatican.va/content/john-xxiii/en/encyclicals/documents/hf_j-xxiii_enc_11041963_pacem.html.
Lo Mascolo, Gionathan (Ed.)(2023): The Christian Right in Europe. Movements, Networks, and Denominations, Bielefeld. 
Nussbaum, Martha (2014): Die neue religiöse Intoleranz. Ein Ausweg aus der Politik der Angst, Darmstadt.
Palaver, Wolfgang (2024): Für den Frieden kämpfen In Zeiten des Krieges von Gandhi und Mandela lernen. Friedensethische Überlegungen, Innsbruck. 
Pittl, Sebastian (2023): Die politische Theologie neurechter Bewegungen. In: Grillmeyer et al. (a.a.O.), 17-55.
Probst, Hans-Ulrich u.a. (Hg.) (2025): Topoi und Netzwerke der religiösen Rechten. Verbindende Feind-bilder zwischen extremer Rechter und Christentum, Bielefeld. 
Rittberger, Volker/Hasenclever, Andreas (2000): Religionen in Konflikten — Religiöser Glaube als Quelle von Gewalt und Frieden, in: Politisches Denken Jahrbuch 2000, Stuttgart, 35-60.
Stipp, Hermann-Josef (2017): Monotheismus, Monolatrie, Gewalt und Identität. Alttestamentliche Gesichtspunkte zu den Monotheismus-Thesen von Jan Assmann, in: MThZ 68, 99-130.
Vogt, Markus (2026): Die Welt in Unordnung. Beobachtungen zur Inflation von Desinformation, in: Herder Korrespondenz 4/2026, 33-36.
Vogt, Markus/Gigl, Maximilian (2022): Christentum und moderne Lebenswelten. Ein Spannungsfeld voller Ambivalenzen, Paderborn.
Vogt, Markus/Küppers, Arnd (2021): Proactive Tolerance. The Key to Peace, Baden-Baden.
Zwick, Maximilian (2025): Die Konturen eines christlich-sozialethischen Freiheitsbegriffs. Eine Analyse ausgewählter Dokumente der kirchlichen Sozialverkündigung von Gregor XVI. bis zum II. Vatikanischen Konzil, St. Ottilien.


 

[1] Rittberger/Hasenclever 2000.
[2] Nussbaum 2014.
[3] In den USA sind es insbesondere Traditionen des Neuthomismus, auf die zurückgegriffen wird, in Russland eine auf die Abgrenzung von Europa zielende Romantik slawischer Identität und Frömmigkeit, Lo Mascolo 2023.
[4] Grillmeyer u.a. 2023; darin besonders Pittl 2023.
[5] Ein Beispiel für diese neue Dynamik ist der Mitte der 1990er Jahre von einer finanzkräftigen russisch-amerikanischen Allianz gegründete „World Congress of Families“. Der vermeintliche Schutz der Werte der Familie dient hier als Deckmantel für ein antidemokratisches Bündnis der Religiösen Rechten quer durch die Konfessionen und Kontinente. Das einende Band ist die Kritik der „Genderideologie“ und des Liberalismus; vgl. Dornblüth/Franke 2024, 127-139; Probst 2025.
[6] Vogt 2026.
[7] Vogt/Gigl 2022.
[8] Freytag von Loringhoven/Erlenhorst 2025; Vogt 2026.
[9] Johannes XXIII.1963 (künftig zitiert mit dem Kürzel „PT“ und der Angabe der Textziffer; analog bei den anderen Enzykliken).
[10] Vgl. dazu grundlegend: Arendt 2019.
[11] Z.B. bei Peter Abaelard, Thomas von Aquin oder Fancisco Suárez; vgl. Honnefelder 2025.
[12] Zwick 2025.
[13] Das gilt strukturanalog auch für den Monotheismus: Der eine Gott ist in der Bibel der Gott aller und deshalb immer auch der Gott der anderen, der Recht und Toleranz für Fremde fordert. Deshalb trifft die die viel diskutierte These von Jan Assmann, dass der Monotheismus inhärent notwendig zu Gewalt neige, da er von seinem Gottesbild her nur eine einzige Wahrheit kenne, nicht die biblische Tradition; sehr wohl allerdings erhebliche Teile der Praxis der monotheistischen Religionen. Vgl. Stipp 2017.
[14] Vgl. Vogt/Küppers 2021.
[15] Faktisch befinden wir uns spätestens seit 2014 in einem „Deisinformationskrieg“: Freytag von Loringhoven/Erlenhorst 2025.
[16] Grillmeyer u.a. 2024; Dornblüth/ Franke 2024.
[17] Dazu fand im Februar im Rahmen der Reihe „Moral and Religious Dimensions of Security“, die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Militär und Kirchen im Kontext der Münchner Sicherheitskonferenz versammelt, das Symposium „Russia’s Hybrid War and Dissolution of Truth“ statt (vgl. https://www.kaththeol.lmu.de/de/aktuelles/).
[18] Vgl. Vogt/Gigl 2022, bes. XI-XXV, 15-40 und 327-281.
[19] Vogt 2026.