Hamburg - 17.03.2026

Der doppelte nukleare Salto rückwärts

Karl-Heinz Kamp ist Associate Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und war Präsident der Bundesakademie für Sicherheitspolitik.

Während Debatten über die Rolle von Kernwaffen lange Zeit nur in kleinen Expertenzirkeln geführt wurden, ist das Thema der nuklearen Abschreckung mittlerweile ins Zentrum der sicherheitspolitischen Debatte gerückt. Mehr noch, alte vermeintliche Gewissheiten vom Zusammenhalt des Westens oder Träume von der völligen nuklearen Abrüstung sind weitgehend verpufft. Vor allem zwei Entwicklungen erfordern einen radikalen Kurswechsel in der transatlantischen und europäischen Nuklearpolitik: Russlands Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 und der transatlantische Vertrauensverlust seit Beginn der Amtszeit von Präsident Donald Trump Anfang 2025. Was sind die Folgen dieses doppelten nuklearen Schocks und wie muss Europa auf die neuen nuklearen Realitäten reagieren?

Die erste nukleare Zeitenwende

Der mittlerweile mehr als vier Jahre andauernde Krieg Moskaus gegen die Ukraine hat zu mindestens vier grundlegenden Veränderungen mit Blick auf das Verständnis von Kernwaffen geführt. 

Zunächst haben Atomwaffen in diesem Konflikt von Anfang an eine wesentliche Rolle gespielt, auch ohne eingesetzt worden zu sein. Russlands deutliche nuklearen Drohungen gegen alle, die die Ukraine in ihrem Abwehrkampf unterstützen, hatten einen zweifachen Effekt. Zum einen haben sie einen politisch-militärischen Schutzschirm geschaffen, unter dem Moskau seine Angriffe durchführen konnte, ohne ein militärisches Eingreifen von außen fürchten zu müssen. Zum anderen haben sie internationale Waffenhilfe zwar nicht verhindern aber doch zumindest abschwächen können. Die lange Weigerung der USA, die Ukraine mit Waffen auszustatten, die russisches Territorium erreichen können, sind hierfür ebenso ein Beispiel, wie die endlosen politischen Debatten in Deutschland um die Lieferung von Kampfpanzern oder Taurus-Flugkörpern. Um den Punkt zu verdeutlichen stelle man sich hypothetisch vor, dass Russland den Krieg als nicht-nuklearer Staat begonnen hätte. Die USA, die NATO oder andere westliche Staaten hätten die Ukraine mit allem versorgt, was sie zur Abwehr der Angriffe gebraucht hätte oder selbst militärisch eingegriffen und Russland vermutlich vernichtend geschlagen. 

Zweitens wird – verkürzt gesagt - nukleare Abschreckung künftig trilateral, also zwischen drei nuklearen Großmächten organisiert sein. Verfügte China bis 2010 über etwa 240 Atomsprengköpfe und damit über ähnlich viele wie Frankreich oder Großbritannien, so ist Pekings Arsenal mittlerweile mehr als doppelt so groß und wächst um etwa 100 Atomsprengköpfe pro Jahr. Bis 2035 werden etwa 1500 Kernwaffen vorausgesagt, womit China sich zunehmend den amerikanischen oder russischen Waffenzahlen annähert. Dies, zusammen genommen mit dem regionalen und weltweiten Machtanspruch Pekings führt dazu, dass die USA ihre nuklearen Fähigkeiten auf zwei große Gegner ausrichten müssen – Russland und China. Ein solches Dreiecksverhältnis verkompliziert die Abschreckung und kann zu Problemen mit Blick auf die Krisenstabilität führen. Hinzu kommen technologische Durchbrüche, wie die Künstliche Intelligenz, welche die nuklearen Entscheidungsprozesse beeinflussen werden – ob positiv oder negativ ist noch nicht absehbar. 

Drittens wird es auf absehbare Zeit keine nukleare Rüstungskontrolle oder Abrüstung mit Russland geben. Für beides ist ein Minimum an Vertrauen erforderlich, das mit Blick auf das Putin-Regime nicht einmal in Ansätzen gegeben ist. Das Fehlen einer Rüstungskontrollperspektive ist tragisch und gefährlich, weil nicht nur die Waffenbestände weiter steigen, sondern weil auch Kommunikationskanäle oder Möglichkeiten der Vertrauensbildung fehlen, die in Spannungsmomenten zur Deeskalation beitragen können. Die häufig zu hörende Forderung, Rüstungskontrollprozesse zumindest mit China zu beginnen ist naiv, weil es die nuklearen Kräfteverhältnisse außer Acht lässt. Peking weist nicht zu Unrecht darauf hin, dass die beiden nuklearen Supermächte sich erst einmal auf das deutlich niedrigere chinesische Waffenniveau herunterrüsten müssten, bevor man mit bi- oder trilateralen Gesprächen über weiteren Rüstungsabbau beginnen könne. Daraus folgt, dass die russischen und amerikanischen nuklearen Arsenale in ihrem Umfang verbleiben werden, während die chinesischen Waffenzahlen weiter steigen. 

Viertens, schließlich, hat sich die gerade in Deutschland populäre Idee der atomwaffenfreien Welt als das erwiesen, was sie immer war – eine Illusion, welche die harten Realitäten der internationalen Politik ignoriert. Der Traum von einer Welt ohne Kernwaffen scheitert nicht etwa daran, dass der Prozess allseitiger Abrüstung sich als zu kompliziert und langwierig erweist oder weil eine völlige Abrüstung nur schwer überprüfbar wäre. Der eigentliche Grund liegt darin, dass die Kernwaffenstaaten ihre Kernwaffen schlicht nicht aufgeben wollen und sich dabei auch nicht von Abkommen im Rahmen der Vereinten Nationen beeindrucken lassen. Selbst wenn die vollständige Abrüstung gelänge, müsste man sich fragen, ob diese atomwaffenfreie Welt wirklich eine stabilere wäre. Das Wissen um Kernspaltung und Kernfusion ist in der Welt und die Kenntnisse vom Bau von Atomwaffen werden sich nicht mehr aus den Köpfen tilgen lassen. Bildlich gesprochen ist der nukleare Geist aus der Flasche und wird sich nicht mehr in diese zurück zwängen lassen. Sollte sich ein Staat in einem Konflikt doch wieder für die nukleare Option entscheiden, um dadurch einen entscheidenden Vorteil zu erlangen, so würde es vermutlich nur Wochen dauern, bis dass er den ersten Sprengkopf produziert hätte. Wie aber wäre es um die internationale Stabilität bestellt, wenn jede ernste Krise in einen Wettlauf um den frühesten Besitz einer Kernwaffe münden würde?

Aus all dem folgt, dass Kernwaffen ein wesentlicher Faktor der Weltpolitik bleiben werden und dass deren politischer Wert durch den Ukrainekrieg noch gestiegen ist. Deshalb zu vermuten, dass auch andere Länder langfristig an eigenen Kernwaffenprogrammen arbeiten werden, so wie es der Iran bis zum Beginn des Krieges mit Israel Anfang 2026 getan hat. Es bedeutet aber auch, dass die nukleare Realität eine dauerhafte ist und man nicht auf das Fernziel einer Welt ohne Kernwaffen bauen kann. Damit behält auch die nukleare Abschreckung ihre Bedeutung als Mittel der Kriegsverhinderung, weil sie jeden Angriff, ob nuklear oder konventionell, mit dem Risiko der nuklearen Vergeltung konfrontiert. Gleichzeitig dürfen die Gefahren dieser Abschreckungsstrategie nicht verschwiegen werden, kann doch ihr Versagen – ob absichtlich oder durch einen Unfall – zu ungeahnter Zerstörung führen. Auf dieses politische und ethische Dilemma gibt es bislang noch keine befriedigende Antwort. 

Die Trump-Zeitenwende 2.0

Als wären diese sicherheitspolitischen Entwicklungen nicht schon kompliziert genug, ergab sich mit dem Einzug Donald Trumps ins Weiße Haus Anfang 2025 ein weiteres Problem, das ein abermaliges nukleares Umdenken erforderte. 

Hatte Präsident Trump schon in seiner ersten Amtszeit mit seinem Verhalten gegenüber den europäischen Bündnispartnern im Allgemeinen und der NATO im Besonderen schon erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit der USA ausgelöst, so verstärkte sich dieser Trend nach seiner Wiederwahl ganz erheblich. Trump II war im Gegensatz zu Trump I nicht mehr nur allianzkritisch, sondern geradezu neoimperial und träumte von der Annexion Grönlands (NATO-Gebiet!) oder der Eingliederung Kanadas in die USA. Er betrachtete die NATO als ein Tributsystem, das heißt, es ging ihm nicht mehr nur um faire Lastenteilung, sondern vor allem um Machtausübung. Die Europäische Union, die mit Hilfe der USA einst zustande kam, sah es als eine Institution an, deren Daseinszweck es ist, „to rip off the United States“ – also, Amerika über den Tisch zu ziehen. Einen der vielen Tiefpunkte markierte der Moment, als Trump in grotesker Umkehr der Tatsachen die Ukraine des Angriffs auf Russland beschuldigte und sich sichtbar auf die Seite Putins schlug. Dies richtete sich gegen alles, was bislang als transatlantische Wertebasis angesehen wurde. 

Damit war nicht nur das Vertrauen in die USA insgesamt erheblich beschädigt, sondern auch die Glaubwürdigkeit des amerikanischen nuklearen Sicherheitsversprechens, die sogenannte „erweitere Abschreckung“, das bislang Kern der transatlantischen Sicherheitsbeziehungen war. Was wäre, so fragte man sich in den europäischen Hauptstädten, wenn die USA den Nuklearschirm über Europa schließen, also den amerikanischen Nuklearschutz für die gesamte NATO widerrufen würden? Wie könnte Europa in einem solchen Fall eine nukleare Abschreckung gegenüber einem aggressiven und revanchistischen Russland aufrechterhalten und wie könnte es einen endgültigen Bruch mit Amerika vermeiden, da die Amtszeit Donald Trumps ja nicht unbegrenzt ist? 

Zwei Optionen, die gelegentlich in Deutschland aufgebracht wurden, können mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Deutschland wird – entgegen dem Vorschlag weniger versprengter Akademiker und übereifriger Journalisten – keine eigenen Kernwaffen entwickeln. Die Bundesrepublik hat sich sowohl im Nuklearen Nichtverbreitungsvertrag (NVV) als auch im Zwei-Plus-Vier-Vertrag zur Deutschen Einheit verpflichtet, nicht nach eigenen Atomwaffen zu streben. Es gibt keine demokratische politische Kraft in Deutschland, die an dieser Selbstbindung ernsthaft rüttelt.  Auch würde der Aufbau einer Kernwaffenfähigkeit einschließlich der Trägersysteme gewaltige Summen verschlingen, die in keinem Verhältnis zu einem möglichen Nutzen stehen – von den politischen Signalen, die von einem deutschen Griff nach der Bombe ausgingen, ganz zu schweigen. 

Ebenfalls unrealistisch ist die immer wieder aufgebrachte Idee einer europäischen Nuklearfähigkeit im Rahmen der Europäischen Union. Die EU verfügt nicht über eine gemeinsame Regierung, deren Regierungschef über den Einsatz der Kernwaffen bestimmen könnte. Sich bei einer vitalen Bedrohung erst in stundenlangen Brüsseler Nachtsitzungen auf eine nukleare Reaktion – womöglich noch als Mehrheitsentscheidung – verständigen zu müssen, ist illusorisch und hätte keinerlei Abschreckungseffekt. Der offenbar ernst gemeinte Vorschlag eines bekannten deutschen Historikers, den „Roten Knopf“ zwischen den EU-Hauptstädten hin und her pendeln zu lassen, darf getrost in den Bereich der sicherheitspolitischen Folklore eingeordnet werden.

Europas nukleare Hausaufgaben

Wenn also Alternativen für den Worst-Case eines Endes des amerikanischen Nuklearschutzes diskutiert werden sollen, so kann das weder auf nationaler Ebene noch innerhalb der Europäischen Union geschehen. Eine wenn auch begrenzte nukleare Abschreckung ohne die USA kann nur im Rahmen des europäischen Pfeilers der NATO gedacht werden, da in diesem die beiden europäischen Nuklearmächte Frankreich und Großbritannien einbezogen sind. 

Großbritannien verfügt über etwa 225 Kernsprengköpfe, die sich auf amerikanischen Trident-Raketen befinden und von britischen U-Booten abgeschossen würden. Eines der vier britischen Atom-U-Boote befindet stets auf See und garantiert dadurch eine permanente Abschreckungsfähigkeit. London hat seine Nuklearmacht von Anfang an in den Rahmen der NATO gestellt und damit implizit ein Nuklearversprechen gegenüber den übrigen Bündnismitgliedern gegeben. Frankreich verfügt über etwa 290 atomare Sprengköpfe, die sowohl von Flugzeugen als auch von U-Booten eingesetzt werden können. Paris hat stets Wert auf die völlige Unabhängigkeit seiner Abschreckungsmacht gelegt. Es hat zwar amerikanische Hilfe bei der Raketentechnik akzeptiert, die nuklearen Komponenten aber selbst entwickelt. Damit ist das französische Nuklearpotential strikt außerhalb der NATO-Strukturen und Paris stand bislang der Idee der erweiterten Abschreckung stets ablehnend gegenüber. 

Sollten die USA als nukleare Schutzmacht ausfallen, so würde also NATO-Europa über ein nukleares Abschreckungspotential von etwa 500 Sprengköpfen verfügen. Dies hätte allein deshalb eine gewisse Glaubwürdigkeit, da Frankreich und Großbritannien geografisch näher an der russischen Bedrohung liegen als die USA.

Würden aber diese eher kleinen Arsenale wirklich ausreichen, um die weltweit zweitgrößte Nuklearmacht Russland abzuschrecken? Keiner weiß es, da die Frage der Hinlänglichkeit nicht im Voraus zu beantworten ist. Allerdings ist nukleare Abschreckung bei allen technisch-mathematischen Kalkulationen über Anzahl, Größe oder Ausrichtung der Kernwaffen vor allem ein politisches Konzept, das auf die Kosten-Nutzen Kalkulation des Angreifers zielt. Könnte sich Moskau bei einem möglichen Angriff auf Polen oder die Baltischen Staaten sicher sein, dass London und Paris nicht nuklear reagieren würden? Verkalkuliert man sich, wäre der Schaden für Russland so gewaltig, dass jeder erhoffte „Nutzen“ des Angriffs weit übertroffen würde. Das war stets die Begründung Frankreichs für den Erhalt seines vergleichbar kleinen Kernwaffenarsenals während des Ost-West-Konflikts: Man könne – so hieß es in Paris – den Bären zwar nicht erlegen, ihm aber sehr wohl eine Tatze abreißen. Das Wissen um diese Gefahr würde Moskau von unbedachten Aggressionen abhalten. 

Heißt das, dass der amerikanische Nuklearschutz leicht ausgeglichen werden könnte? Natürlich nicht aber ohne ihn würde die Abschreckung in Europa gegenüber Russland jedenfalls nicht völlig verschwinden. Diese europäische Abschreckung kann in ihrer Glaubwürdigkeit erheblich verstärkt werden, indem sich die beiden europäischen Nuklearmächte enger abstimmen und auch die nicht-Nuklearstaaten Europas – sofern auf deren Seite ein Interesse besteht – in solchen Abstimmungen einbeziehen. 

Mit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit haben sich solche Bemühungen unter dem Stichwort „Europäischer Nukleardialog“ verstärkt und zeigen sich derzeit in vier unterschiedlichen Formaten. 

Erstens gab es seit 2010 britisch-französische Nukleargespräche, die sich aber vor allem auf die technische Kooperation und den wissenschaftlichen Austausch bezogen. Unter dem Eindruck der sich verschlechternden Beziehungen zu den USA haben beide Länder diesen Dialog auf eine neue Ebene gehoben und kündigten im Juli 2025 mit der „Northwood Declaration“ eine weit intensivere Kooperation in Abschreckungsfragen an. Konkret spricht die Erklärung erstmals von einer „Koordination“ der Nuklearstreitkräfte, ohne aber die jeweilige nationale Einsatzautorität in Frage zu stellen. Eine solche Koordination gab es von britischer Seite bislang nur mit den USA, während Frankreich sich stets einer Koordination verweigert hatte. Im Dezember 2025 gab es ein erstes Treffen der hochrangigen „Steering Group“, bei der Großbritannien eingeladen wurde, als Beobachter an den französischen Nuklearmanövern „Poker“ teilzunehmen. Im Verlauf des Jahres 2026 soll der Austausch fortgeführt werden und auch sensible nuklearstrategische Fragen einschließen. 

Zweitens haben die Verteidigungsminister Deutschlands und Großbritanniens im Oktober 2024 eine deutsch-britische Verteidigungskooperation vereinbart, die auch Nuklearfragen beinhalten sollte. Diese Übereinkunft wurde im Juli 2025 in den Freundschafts- und Kooperationsvertrag „Kensington Treaty“ überführt, der neben anderen Themen auch die sicherheitspolitische Kooperation umfasst und damit auch Nukleargespräche ermöglicht. Während bereits Arbeitsgruppen zu verteidigungspolitischen Themen gebildet wurden, ist der vorgesehene Dialog zur nuklearen Abschreckung und Rüstungskontrolle bislang noch nicht angelaufen. 

Drittens haben sich Bundeskanzler Merz und Präsident Macron auf einen deutsch-französischen Nukleardialog verständigt. Am 2. März 2026 veröffentlichten beide Länder eine „Joint Declaration“, mit der dieser Dialog institutionalisiert werden soll.  Ein ebenfalls „Steering Group“ genanntes hochrangiges Gremium soll einen regelmäßigen Austausch über alle nuklearrelevanten Fragen führen und Möglichkeiten der Kooperation entwickeln. Präsident Macron hat in seiner Brest-Rede erkennen lassen, dass er sich mit seinem Konzept der „fortgeschrittenen Abschreckung“ (dissuasion avancée) vorsichtig der Idee der erweiterten Abschreckung annähert. Ausdrücklich wird in der Erklärung festgehalten, dass die nukleare Abschreckung in Europa im Kern von den USA bereitgestellt wird. Auch wird die Geltung völkerrechtlicher Verpflichtungen betont und damit jeglichen Spekulationen über deutsche Atomwaffen eine Absage erteilt.

Viertens haben sowohl Friedrich Merz als auch Emmanuel Macron angeregt, den bilateralen Dialog um andere europäische Staaten zu erweitern. Polen, Dänemark, Schweden, die Niederlande, Belgien und Griechenland haben bereits Interesse bekundet. Würde sich dem die zweite europäische Nuklearmacht Großbritannien anschließen, dann hätte man einen wirklichen europäischen Nukleardialog. Allerdings sollte dieser nicht als Alternative, sondern als Ergänzung zur NATO und zum amerikanischen Atomschirm – so lange er existiert – verstanden werden. 

Diese vier Prozesse befinden sich erst am Anfang und es geht zunächst darum, in den verschiedenen Formaten ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und gemeinsame Ziele zu formulieren. Werden diese verschiedenen Dialogformen fortgeführt und weiterentwickelt, so würde eine glaubwürdige europäische Abschreckungsfähigkeit entstehen – entweder in Ergänzung zum amerikanischen Nuklearschutz oder als „Plan B“ falls es doch zu einem transatlantischen Bruch kommen sollte.