Festvortrag: „Die Bedeutung der Friedenstheologie für Ethik, Seelsorge und moralische Bildung in den Streitkräften“

Prof. Dr. A. H. M. Fred van Iersel hat seit 1994 den Lehrstuhl für „Religion and Ethics in the Context of the Armed Forces“ an der Universität Tilburg (Niederlande) inne. Er ist Gründer des Büros für Militärethik bei den niederländischen Streitkräften sowie Mitgründer des „Journal for Military Ethics“ und des E-Journals „Ethik und Militär“. Wir dokumentieren seinen Vortrag anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Lehrstuhls.

 

Lesen Sie auch Prof. van Iersels Beitrag in der aktuellen Ausgabe von „Ethik und Militär“.

 

Situierung der Friedensbildung im Kontext der Streitkräfte[1]

Meine Damen und Herren, womöglich bedürfen 25 Jahre Stiftungslehrstuhl Religion and Ethics in the Context of the Armed Forces (Religion und Ethik im Kontext der Streitkräfte) zu gegebener Zeit eines historischen Rückblicks auf den Lehrstuhl als solchen. Doch stellen wir diesen Rückblick für einen anderen Anlass zurück. Denn das heutige Symposium richtet seinen Blick auf die Gegenwart und Zukunft der Streitkräfte und der katholischen Seelsorge.

Die dazugehörige praktisch-theologische Perspektive werden wir anhand eines Themas ausarbeiten, dem an meinem Lehrstuhl von Beginn an große Bedeutung beigemessen wurde: Friedensbildung. Genauer gesagt, Friedensbildung in den Streitkräften. Hierbei handelt es sich nicht etwa um einen Widerspruch! Friedensbildung in den Streitkräften ist Bildung, die Militärangehörige in kritisch-konstruktivem Sinne an den letztendlichen Zweck allen militärischen Eingreifens erinnert. Sie betrachtet auch Mittel zu diesem Zweck aus der Perspektive der Religion und Weltanschauung und beleuchtet die Bedeutung von Missionen aus dieser Perspektive heraus. Dies ist insbesondere in den Streitkräften von Bedeutung, da militärische Mittel von Natur aus als last resort – als Ultima Ratio – gerade dann in Aktion treten, wenn in internationalen Beziehungen das Mindestmaß an Moral auf dem Spiel steht.

Es können dabei ganz unterschiedliche Themen zur Sprache kommen, wie etwa die Verarbeitung von Gewalt oder das Verhindern und Überwinden von Feindbildern und moralischer Gleichgültigkeit, aber auch Waffentechnologien wie etwa Kernwaffen oder der Cyber- bzw. Hybridkrieg.

Am Lehrstuhl Religion and Ethics in the Context of the Armed Forces spielt die Friedensbildung seit jeher eine zentrale Rolle. Die Ausgestaltung entwickelte sich allerdings anders als ursprünglich erwartet. Dies hatte vorrangig mit dem Fall von Srebrenica im Jahr 1995 zu tun, dem größten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg; diesem Ereignis kommt eine paradigmatische Bedeutung für die niederländische militärische Praxis und in der Folge für die Friedens- und Militärethik zu. Den moralischen Dilemmata in Friedensmissionen widmete mein Lehrstuhl bis Ende 2004 eine besondere Aufmerksamkeit. Mit den im Jahr 2001 von Al-Kaida verübten Anschlägen verlagerte sich der Schwerpunkt allmählich auf Ethik und Terrorbekämpfung, aber auch auf das Thema „Religion und Gewalt“ und den unter anderem hierdurch verstärkten „Religionsstress“, also durch ungefragte Konfrontation mit Religion und dadurch aktivierte negative Erfahrungen ausgelöster Stress.

Die Gestaltung der Friedensbildung vor dem Hintergrund des Zeitgeschehens 

Wie ist Friedensbildung in den Streitkräften vor diesem Hintergrund zu gestalten?

Zunächst ist Friedensbildung wissenschaftlich gesehen ein interdisziplinäres Thema, schon allein, weil Frieden niemals das Monopol einer einzelnen akademischen Disziplin sein kann. Aus diesem Grund habe ich als Theologe und Ethiker auch fächerübergreifend mit Philosophen, Psychologen, Juristen und Historikern zusammengearbeitet. Meiner Überzeugung nach ist Friedenstheologie vor allem auch ein Bestandteil der Polemologie: Ohne Verständnis der Konflikte in internationalen Beziehungen ist sie bedeutungslos.

Wie bereits erwähnt, liegt der Hauptauftrag der Friedensbildung in den Streitkräften darin, Soldatinnen und Soldaten an den Zweck ihres Handelns zu erinnern: die Friedenssicherung. Dieser Zweck kann niemals ausschließlich in der Wahrnehmung der dienstlich übertragenen Aufgabe bestehen. Militäreinsätze in den Dienst der Politik zu stellen, ist schließlich keine Selbstverständlichkeit. Zygmunt Bauman analysiert in seiner Studie Dialektik der Ordnung. Die Moderne und der Holocaust, die Individualisierung, die Reduzierung der Ethik auf Emotionen sowie der postmoderne Professionalitätsdiskurs könnten eine Privatisierung von Moral und Ethik auch in den Streitkräften bewirken und zu einem amoralischen, sogar unmoralischen Professionalitätskonzept führen.[2] Um dies zu verhindern, müssen der Zweck der Streitkräfte, der Zweck einer Mission und der Zweck des Militärberufs sowie seine weltanschauliche Bedeutung – gewissermaßen seine „Seele“ – thematisiert werden. Es ist somit keineswegs ausreichend, sich einzig auf den einzelnen Soldaten, sein Privatleben und seine persönliche moralische Identität zu konzentrieren.

Vor diesem Hintergrund ist die heutige niederländische Militärethik mit ihrer relativistischen und pragmatischen Herangehensweise unzulänglich, insbesondere da ihre nietzscheanisch-nihilistische Prägung die Frage nach der Zweckmäßigkeit militärischer Praxis von vornherein sinnlos erscheinen lässt. Es genügt jedoch meines Erachtens nicht, eine militärische Berufsethik im Sinne einer Unternehmensethik zu entwickeln, die Menschen lediglich zu kurzfristigen Erfolgen motiviert, ja instrumentalisiert, und das von bewaffneten Konflikten verursachte Leid inhaltlich abstrahiert. Vielmehr bedarf es der kritischen Erinnerung an Leidensgeschichten sowie der Fähigkeit zur Aufarbeitung. Und genau darin liegt die größte Stärke der christlichen Friedensethik.

Leider hat die Seelsorge in den niederländischen Streitkräften ihren Auftrag im Bereich der Friedensethik auf moralische Bildung reduziert und die Ethik etwas naiv dem Staat überlassen. Doch gerade der Staat sollte sozialethisch gesehen nicht die Rolle des Sittenwächters übernehmen.

Kantischer Friedensgedanke: Abstrakt und universell

Doch wieso gerade Friedensbildung? Die Vorstellung, Frieden könne durch Erziehung gefördert werden, ist schließlich ein typisches Produkt der Aufklärung, die den Gedanken einer kantischen Friedensordnung auf der Grundlage der Förderung der Vernunft und einer erfolgsbewährten Pflichtethik hervorbrachte.[3] Diese Pflichtethik ist, zumindest sinngemäß, mit der Entwicklung des Völkerrechts und des darin integrierten humanitären Völkerrechts verbunden. Zudem bildet sie eine Säule der Integritäts- und Compliance-Richtlinien innerhalb der Streitkräfte.

Eine der Schattenseiten dieses kantischen Denkansatzes ergibt sich jedoch aus Kants Begriff der Universalität, der von moralischer Emotion und Identität weitgehend abstrahiert. So geht eine der Schwächen auf die aus der Aufklärung hervorgegangene, religionsbezogene Assimilationspolitik zurück[4], die im Übrigen als Reaktion auf den theokratischen Fundamentalismus von Al-Kaida und IS neue Impulse erhalten hat. Religiöse Identitäten werden demnach auf Praktiken reduziert, die ausschließlich auf ihre rationale, abstrakte Universalität hin zu prüfen sind. So ließ die aufgeklärte Assimilationspolitik genau das verschwinden, was die Streitkräfte verteidigen sollten: das Recht auf Identität und damit auf inhaltlichen Pluralismus.

Reaktion auf die Aufklärung: Nationalismus und Inkulturation 

Der Widerstand gerade gegenüber dieser Schattenseite des Kantianismus hat sich kulturhistorisch gesehen als ausgesprochen erfolgreich erwiesen. Freilich bedeutete die Bildung souveräner, säkularer Nationalstaaten nach dem Ende der europäischen Religionskriege anfänglich eine Förderung des Friedens, was unter anderem aus der Schließung des Westfälischen Friedens im Jahr 1648 ersichtlich wird. Dieser trug auch dank der Ausarbeitung durch Hugo Grotius zu einer Positivierung des Völkerrechts bei. Im Nachhinein zeigte sich jedoch, dass der souveräne Nationalstaat für seine moralische Legitimation in hohem Maße von der Verherrlichung der postulierten Identität der Bürger, der Bevölkerung, des Volkes, des einen Volkes – und damit von einem idealisierten Geschichtsbild abhängig war. Dies führte auf globaler Ebene zu einer politischen Reaktion der Romantik auf die Aufklärung: nämlich zum Nationalismus. Und da Nationalismus einen kollektiven Identitätsanspruch mit Territorialansprüchen verbindet, wurde er zu einem wichtigen Faktor der Staatenbildung, der Dekolonisation, der ethnischen Politik und damit des Krieges sowie weiterer Formen des bewaffneten Kampfes.

Die christlichen Konfessionen haben auf dieses Aufkommen religiös homogener Nationalstaaten mit einer Strategie der Inkulturation reagiert. Deren Top-down-Variante, das Prinzip cuius regio, eius religio – der Landesfürst bestimmt die Konfession der Untertanen –, wirkte sich auf Systemebene zunächst pazifizierend aus, schuf jedoch die breite Grundlage für stark vereinfachte Synthesen zwischen Konfessionen und nationalen Identitäten.

Die Bankrotterklärung dieser Inkulturationsstrategie des Christentums manifestierte sich endgültig mit dem Ersten Weltkrieg. Dies war der Krieg, in dem die Verbindung zwischen Gott, Volk und Vaterland ihren letzten Rest an Legitimation einbüßte, als christliche Mehrheiten aus unterschiedlichen Ländern gegeneinander in die Schlacht ziehen mussten.[5]

Die absolute Sinnlosigkeit des Ersten Weltkrieges[6] läutete das Ende des Kulturchristentums ein. Protestantische Theologen wie der Militärpfarrer Paul Tillich und der Schweizer Theologe Karl Barth setzten diesen Bruch für den Protestantismus theologisch um; der Friedenspapst während des Ersten Weltkrieges, Benedikt XV., sowie der Militärgeistliche Angelo Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., traten für einen stärkere Distanzierung der christlichen Kirchen vom Krieg ein, indem sie einerseits für Neutralität (Benedikt XV.) und andererseits für den Universalismus der katholischen Naturrechtsmoral als Fundament der menschlichen Würde und der Menschenrechte eintraten (Johannes XXIII.).

Der Zweite Weltkrieg sowie der Ausgang des zwanzigsten Jahrhunderts haben jedoch gezeigt, dass Nationalismus und Ethnozentrismus immer noch nicht ausgestorben sind, sondern vielmehr die Dekulturation des Christentums aus dem gewaltsamen Nationalismus unvollendet bleibt.

In den Balkankriegen unterstützten Religionsführer aller drei christlichen Konfessionen vorwiegend die eigene nationalistische Basis und übten wenig Kritik an den im eigenen Lager verübten Kriegsverbrechen. In Ruanda erwies sich der Katholizismus 1994 als Teil des ethnischen Konflikts und als wirkungslos im Widerstand gegen den Völkermord.

Heute zeigt sich außerdem, dass die korrigierende Kraft der Kirchen gegenüber dem Nationalismus weiter an Gewicht verloren hat. Dies kommt etwa darin zum Ausdruck, dass populistische Strömungen sich einer von ihnen fälschlicherweise so genannten „jüdisch-christlichen Tradition“ bedienen.[7]

Seit dem Aufstieg des islamischen Fundamentalismus im Iran und den Anschlägen auf das World Trade Center ist es umso dringlicher geworden, die Verflechtung von Religion und Gewalt zu durchbrechen. Auf katholischer Seite wird genau dies momentan von Papst Franziskus vorangetrieben, dessen Streben unter anderem in seinen eigenen Erfahrungen mit der von ihm verabscheuten argentinischen Junta begründet liegt.

Im einundzwanzigsten Jahrhundert machen sich die Kirchen somit auf den Weg, die allzu enge Verbindung zwischen Kirche und Staat zu lösen, und eignen sich damit zunehmend als Träger dessen, was ich als „postkonstantinische“ Friedensmoral und Friedensbildung bezeichnen möchte.[8]

Form und Inhalt einer „postkonstantinischen“ Friedensbildung

Doch was genau ist eine solche postkonstantinische Friedensethik und Friedensbildung? Eine, die die politische Marginalität der Kirchen nicht anfechten oder aufheben möchte, sondern diese vielmehr als Chance begreift, sich aus der Solidarität mit den Menschen am Rande der Weltgesellschaft heraus für gerechten Frieden einzusetzen.

Genau dies formulierte übrigens Papst Franziskus am 30. April 2016 als den moralischen Kern des Soldatenberufs. Er nannte Mitgefühl, Versöhnung und Wiederaufbau als Ergänzungen zum traditionellen Verständnis des Soldatenberufs.[9]

Eine von den Kirchen ausgehende Friedensbildung sieht damit ihren Ausgangspunkt in einer Solidarität mit den Opfern von Kriegsgewalt – in neun von zehn Fällen Zivilisten –, kümmert sich jedoch auch um den Bumerangeffekt der Gewaltspirale auf Soldaten und Veteranen in Form von Moral Injury (moralischer Verletzung): Denn Soldaten sind ebenfalls als Kriegsopfer zu sehen.

Schließlich bedarf darüber hinaus auch das Sprechen über Gott jenseits der sogenannten „negativen Theologie“[10] einer noch umfassenderen Ausarbeitung.typo3/#_edn11 Denn eine Religion ohne Sprache in Bezug auf Gott ist nicht nur unmenschlich, sondern geradezu unter-menschlich und erlangt daher berechtigterweise keinen Platz in der Kultur.

Die Religion muss jedoch sowohl ihre Möglichkeiten als auch ihre Grenzen kennen. Schließlich ist das Christentum nicht mit seiner Ethik gleichzusetzen, sondern bekennt sich zu einem Gott, der gleichzeitig gegenwärtig ist und doch über dem Wörtlichen steht. Verbindendes Element dabei ist die Liebe, die der Sprache vorausgeht, der Deutung bedarf und sie gleichzeitig übersteigt. Liebe bestärkt und umfasst Recht und Gerechtigkeit sowie Mitgefühl; alle drei brauchen wir, auch und gerade in Kriegszeiten, zum Beispiel im Umgang mit Kriegsgefangenen, Vertriebenen und Flüchtlingen.

So wird gerade ein Sprechen von Gott an der Grenze zum Verstummen[11] möglich; sowohl die Folklorisierung in den Medien als auch die Banalisierung in allzu plattem täglichen Sprachgebrauch der Kirche über Gott sowie die Instrumentalisierung in fundamentalistischer Gewalt dieses Sprechens werden auf diese Weise überwunden.

Abschließende Bemerkungen: Inhalt, Ziele und Organisation der Friedensbildung

Meine Damen und Herren, ich habe anhand einiger relevanter historischer Entwicklungen aufgezeigt, worin die Kontexte, Kernthemen und die Ziele der Friedensbildung in den Streitkräften bestehen oder bestehen sollten.

Abschließend möchte ich betonen, dass für die Organisation der von mir befürworteten Friedensbildung in erster Linie eine Stakeholder-Herangehensweise des Seelsorgerberufs erforderlich ist. Individualisierte Experten helfen den Streitkräften nicht weiter: Sie würden lediglich (wenn auch  mit den besten Absichten) in der Personalabteilung instrumentalisiert werden, mit der Folge der Vernachlässigung der von Zygmunt Bauman identifizierten Risiken. Die Seelsorge der Zukunft ist nur denkbar, wenn sie friedensorientiert ist – sonst verliert sie ihre Daseinsberechtigung.


[1] Dieser Beitrag wird in ausführlicher Form erscheinen in: Van Iersel, Fred: Frontlijnen voor vredeseducatie in de krijgsmacht.Een opgave voor de geestelijke verzorging. Teil 5 in der Serie Religie en Veiligheid im Verlag Eburon, Delft.
[2] Bauman, Zygmunt (1989): Modernity and the Holocaust. Ithaca, New York.
Siehe auch: Bauman, Zygmunt (1997): Postmodernity and Its Discontents. Oxford/Cambridge.
[3] Nipkow, Karl Ernst (2007): Der schwere Weg zum Frieden. Geschichte und Theorie der Friedenspädagogik von Erasmus bis zur Gegenwart, Gütersloh, S. 147-148.
[4] Vgl. Nipkow, Karl Ernst, ebd., S. 157.
[5] Burggraeve, Roger/De Tavernier, Johan/Vandeweyer, Luc (1993): Van rechtvaardige oorlog naar rechtvaardige vrede. Katholieken tussen militarisme en pacifism in historisch-theologisch perspectief. Leuven.
[6] Keegan, John (1995): Die Kultur des Krieges. Berlin; Clark, Christopher (2012): The Sleepwalkers. How Europe Went to War in 1914. London. Siehe auch: Hobsbawm, Eric (1995): Age of Extremes: the Short Twentieth Century, 1914-1991. London.
[7] In den Niederlanden Thierry Baudet, nach Röselaers, Joost und Smalbrugge, Matthias (2018): „Gebruik het christendom niet ijdel, verdiep je erin.“ https://www.nrc.nl/nieuws/2018/12/18/gebruik-het-christendom-niet-ijdel-verdiep-je-erin-a3093692.
[8] Unter dem römischen Kaiser Konstantin, der sich als erster Kaiser zum Christentum bekehrte, begann eine konstantinische, enge Verbindung zwischen der christlichen Kirche als religio licita und dem Staat im römischen Reich, die das Christentum im Westen und im Osten, jeweils auf unterschiedliche Weise und insbesondere im Bereich der Friedensmoral, nachhaltig prägte.
[9] „Kräfte der Strafverfolgung – Militär und Polizei – haben die Mission, ein sicheres Umfeld zu schaffen, damit jeder einzelne Bürger in Ruhe und Frieden leben kann. Mögen Sie in Ihren Familien, in Ihren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen ein Werkzeug der Versöhnung, Brückenbauer und Sämänner des Friedens sein. Tatsächlich werden Sie nicht nur zur Prävention, Bewältigung und Beendigung von Konflikten aufgerufen, sondern auch als Miterbauer einer Ordnung, gegründet auf Wahrheit, auf Gerechtigkeit, auf Liebe und auf Freiheit, nach der von St. Johannes XXIII. in seiner Enzyklika Pacem in terris niedergeschriebenen Definition des Friedens.“ (Nr. 18. ff.). http://w2.vatican.va/content/francesco/en/audiences/2016/documents/papa-francesco_20160430_udienza-giubilare.html (Stand: 1.11.2019). [Anm. d. Übers.: Übersetzung aus dem englischen Original.]
[10] Negative Theologie ist eine Form der Theologie, die die „positiv-affirmative“, sprachliche Natur von Glaubensaussagen zu übersteigen versucht und nach der Gott auch und gerade jenseits dieser sprachlichen Affirmation erkennbar wird; die „Leere“ der Schechina ist der vorrangige Ort, an dem der verborgene Gott anwesend ist – in der Gestalt der Abwesenheit. Zur Relevanz negativer Theologie für die politische Theologie gemäß Johann Baptist Metz siehe u. a. Hochstaffl, Josef (1976): Negative Theologie. Ein Versuch zur Vermittlung des patristischen Begriffs. München, S. 224 ff.
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[11] Werbick, Jürgen (2004): Von Gott sprechen an der Grenze zum Verstummen. Münster, S. 327349.